Suche
Melanie 27.02.2015 9:01 Uhr
News von

1 Bewertungen
5,00 Sterne

Verbraucherschützer wollen Facebook verklagen

Droht Facebook eine neue Klage von deutschen Verbraucherschützern? Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) kündigte an, das soziale Netzwerk verklagen zu wollen, wenn die Nutzungsbedingungen nicht geändert würden.

Persönliche Daten seien in Gefahr

Konkret geht es dem Verbraucherzentrale Bundesverband um die persönlichen Daten der Facebook-Mitglieder, die aus ihrer Sicht in Gefahr seien. Aus diesem Grund hat der VZBV nun ein Unterlassungsverfahren gegen den Konzern eingeleitet. Darin wird Facebook vorgeworfen, in insgesamt 19 verschiedenen Klauseln der Nutzungsbedingungen gegen das bestehende Recht zu verstoßen. Die Verbraucherschützer fordern das Netzwerk auf, seine Datenrichtlinien und Nutzungsbedingungen zu ändern, ansonsten wollen sie Facebook per Gericht dazu zwingen.

Wie Carola Elbrecht, Sprecherin des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, jetzt mitteilte, habe Facebook bis zum 16. März Zeit, um die geforderten Änderungen umzusetzen. Tue es das nicht, werde geklagt.

Elbrecht erklärte außerdem, dass die Verbraucherschützer vor allem die wenig transparenten Geschäftsbedingungen des Netzwerkes kritisieren. Die Nutzungsbedingungen seien nicht klar formuliert, sodass Mitglieder nur schwer erkennen können, welche ihrer privaten Daten Facebook wofür benutzen kann.

Unter anderem bezweifeln die Verbraucherschützer, dass Facebook tatsächlich „kostenlos ist und bleibe“. Da das Unternehmen Geld durch Werbung verdient, stimme das so nicht.

Ein weiterer Kritikpunkt sind die zahlreichen Voreinstellungen, mit denen Facebook über die Privatsphäre seiner unaufmerksamen Nutzer bestimmt. Dass die Messenger-Ortungsdienste bei der Facebook-App standardmäßig auf mobilen Geräten aktiviert sind, soll ebenfalls geändert werden.

Vor allem aber sei es den Verbraucherschützern wichtig, dass die Menschen selbst erkennen, welch kostbares Gut ihre privaten Daten sind, und dass sie besser vorsichtig damit umgehen sollten.

Facebook ist sich keiner Schuld bewusst

Facebook weist alle Vorwürfe zurück und gibt sich überrascht, dass jetzt plötzlich Richtlinien kritisiert werden, die bereits seit zehn Jahren bestehen. Facebook habe seine allgemeinen Geschäftsbedingungen ja gerade erst aktualisiert. Jetzt seien sie besser verständlich und machen außerdem klar, dass die Mitglieder selbst kontrollieren können, welche Werbung ihnen angezeigt wird.

Wie ein Facebook-Sprecher erklärte, ist der Konzern zuversichtlich, dass seine Geschäftsbedingungen dem geltenden Recht entsprechen. Zudem gehe es dem VZBV schließlich in erster Linie um mehr Transparenz.

Strittig ist jedoch bislang die Frage, welches Recht überhaupt angewendet werden soll. Laut Facebook gilt für das Netzwerk das irische Recht, da sich der internationale Hauptsitz in Dublin befindet.

Dem widerspricht allerdings ein kürzlich gefälltes Urteil des Berliner Kammergerichts, laut dem Facebook sich sehr wohl an das deutsche Datenrecht halten muss. Allerdings ist auch dieses Urteil noch nicht rechtskräftig.

facebook-tricks.de Newsletter
Du willst ein Facebook Super Nutzer werden?
Dann abonniere unseren kostenlosen Newsletter
und du verpasst garantiert keinen Trick mehr!